Planung und Konzept

Wie bei fast jeder Modellbahn so war auch bei mir die Planungsphase recht langwierig und kompliziert. Dies begann zunächst bei der Bauform an sich bis hin zum Betriebskonzept. Baut man eine Modulanlage oder eine Kompaktanlage? Verwendet man eine Modulnorm mit Schnittstellen zu anderen Straßenbahnbauern? Fährt man im Kreis oder von Punkt zu Punkt.

Nachdem ich verschiedene Ideen durchgedacht udn verworfen hätte habe ich mich am Ende auf folgendes Konzept festgelegt:

Bau von Schaukästen
Ich verwende ein modulähnliches Konzept mit Gleisplan_v3Teilstücken (Segmenten), welche dank genormten Übergang aneinander gereiht werden können. Jedes Segment hat seinen eigenen Hintergrund und auch Seitenkulissen, welche bereits 6cm vor der Segmentkante liegen. So bildet jedes Segment einen in sich abgeschlossenen Abschnitt. Auf diese Weise können leicht ganze Streckenabschnitte zwischen zwei Segmenten übersprungen werden, ohne daß dies am Übergang zwischen den Segmenten deutlich wird. Außerdem können so die Arretierungen und Anschlüße inkl. der Fahrdrahtweiterführung hinter den seitlichen Kulissen versteckt werden. Ein weiterer großer Vorteil besteht darin, daß man jeden Streckenabschnitt z.B. in einer anderen Jahreszeit oder Epoche darstellen kann.

Ein Streckensegment hat in der Regel ein Grundmaß von 110x25cm. Je nach Vorbildsituation können auch andere Formen oder Abmessungen verwendet werden.

Um Abwechslungsreichen Betrieb durchführen zu können wird an jedem Streckenende eine Kehrschleife oder ein Schattenbahnhof angeschlossen. Auf diese Weise können die Züge nun durch die einzelnen Schaukästen fahren.

Fahrbetrieb und Technik
Anfangs waren die Segmente für normalen Modellbahnbetrieb mit Schienenstrom ausgestattet. Dies ermöglichte Testfahrten auf der Anlage ohne montierte Oberleitung und ich konnte in den nicht sichtbaren Teilen komplett auf die Oberleitung verzichten. Im Gegenzug mußte ich einigen Aufwand für die Stromsteuerung in der Kehrschleife und der Drehscheibe betreiben.

Im Januar 2014 habe ich mich dann jedoch umentschlossen und baue nun meine Segmente mit echtem Oberleitungsbetrieb. Dadurch entfällt die zusätzliche Elektronik an den Kehrschleifen, die Plastikherzstücke stellen keine Hindernisse mehr für die 2-achsigen Triebwagen dar und die Langsamfahreigenschaften haben sich deutlich verbessert. Zwar mußte ich im Gegenzug nun auch die Schattensegmente mit Fahrleitung ausstatten, was jedoch nur ein geringer Aufwand im Vergleich zur Verbesserung darstellte. Einzig der Schattenbahnhof mit seiner Drehscheibe erforderte etwas mehr Aufwand. Die Drehscheibe wurde demontiert und stattdessen wurde hier nun ebenfalls ein Schattenbahnhof mit Kehrschleife aufgebaut. Dies ermöglicht zusätzlich nun auch Dauerfahrten bei Vorstellungsbetrieb.

Im Zuge des Umbaus auf Oberleitungsbetrieb wurden auch die elektronischen Weichenantriebe ausgebaut und wo möglich Federweichen eingesetzt. Die 3 Stellbaren Weichen wurden mir großen Stellhebeln der Gartenbahn ausgerüstet. So entfällt nun der komplette Steuerstromkreis und es wird nur noch der Fahrstrom benötigt. Gefahren werden die Züge auf der Modellschneck übrigens mit Digitaldekodern von Kühn und einer Lokmaus2-Zentrale von Roco.


Kommentare

Planung und Konzept — 2 Kommentare

  1. Hallo Gerd!
    Ich bin über einen Modellbahnfreund auf Ihre Schneck gestoßen und habe Fragen zum digitalen Oberleitungsbetrieb. Da ich selber gerade eine Freelance-Straßenbahn-Ausstellunganlage (mit Rhein-Thema) in 1:87 plane und jetzt zeitnah umsetze, möchte ich gern wissen, wie betriebssicher der Digitalbetrieb mit funktionierender Oberleitung (beide Schienen Hinleiter, Draht ist Rückleiter) ist. Kann ich mit einer etwas modifizierten Sommerfeldt- Einzelfahrdrahtoberleitung, den einfachen 752er Sommerfeldt Pantographen und dem Kühn N025 auf Standardfahrwerken durchgehend sicher fahren, oder gibt es über die Pantographen Signalübertragungsprobleme? Benötige ich dafür Power Packs bzw. Life-Saver? Der Hersteller hat mir dringend vor DCC-Oberleitungsbetrieb abgeraten. Bei Ihnen scheint aber alles prima zu funktionieren. Liebe Grüße aus Hennef! HW

    • Hallo Heiko,

      der Betrieb funktioniert einwandfrei, sofern Gleise und insbesondere Die Oberleitung und Schleifstücke sauber sind. Bei den Sommerfeldt-Pantos löte ich einen feinen Lackdraht am Schleifstück an, um den Strom nach unten zum Dekoder zu führen. Auch ich verwende bei mir noch die N025er von Kühn und sie laufen zur vollsten Zufriedenheit. Aktuell bin ich dabei die Anlage auf Automatik-Betrieb umzurüsten, und verwende dabei auch ein paar Vorteile der Digital-Technik. Detais werden nach und nach noch im Block veröffentlicht.

      Auch ich hatte mich von den „Bloß-nicht-Sagern“ verunsichern lassen, aber letztlich haben sich die Fahreigenschaften meiner Straßenbahnzüge deutlich verbessert, seit ich mit Oberleitungsbetrieb fahre. Und bei Digital gibt es dort auch keinerlei Probleme. Die meisten großen Straba-Anlagen fahren ebenfalls digital und auch dort gibt es keine Probleme.

      Grüße, Gerd

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