Auf der Suche nach der richtigen Farbe

In den Büchern über die Schneck sind sehr viele Fotos enthalten, welche Aufschluß über Situationen an der Strecke und auch die Fahrzeuge im Wandel der Zeit geben. Allerdings sind diese alle in Schwarz/weiß. Somit fällt es schwer die korrekten Farben für die unterschiedlichen Lackierungsvarianten zu ermitteln. Herr Kroszewski hat in seiner Sammlung ein paar wenige Farbbilder und bei einem gemeinsamen Treffen haben wir versucht etwas mehr Licht in die Farbvarianten zu bringen. Hier habe ich einen kleinen Überblick verschiedener Epochen zusammengefasst und mit Grafiken festgehalten. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um nicht gefestigte Vermutungen. Einzig die letzte Farbgebung bei Einstellung der Bahn ist anhand von Bildern belegbar.

Wenn sie eventuell noch Informationen oder gar Farbaufnahmen von der Schneck haben so würde ich mich sehr über Hinweise freuen.

Die Ursprungslackierung bei Bahneröffnung.

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Das erste Tagebuch gibt einen ersten Anhaltspunkt zur Farbgebung der Wagen bei der Auslieferung. In einem Text von Dezember 1912 werden die Wagen mit „weiß und grau lackiert“ bezeichnet. Der Landauer Maler August Croissant hatte zur Bahneröffnung 1913 ein Gemälde mit Thema der Oberlandbahn erstellt, auf dem ein blassgelber Anstrich mit grauer Plattform erkennbar ist sowie goldgelber Wagennummer. Diese Informationen habe ich verwendet und Anhand von s/w-Bildern der Auslieferung versucht die damalige Farbgebung zu rekonstruieren. Hierbei habe ich mich auch an anderen Straßenbahnfahrzeugen von Herbrand orientiert, wie z.b. der als Finchen bekannte Linie F der Kölner Straßenbahn.

Somit ergab sich für mich das folgende Farbschema in blass gelb mit dunkel grauem Fahrwerk, Türen und Dach. Die Zierleisten und Pufferbohlen in hellerem grau. Die Abgesetzten Lininen in dunkelgrau und grau und die Anschriften golden mit dunkelgrauem oder schwarzem Schatten.

Die Wagen trugen die Anschrift für die „Deutsche Eisenbahn Gesellschaft AG Frankfurt a/M“ am Wagenkasten und Dachschilder mit der Aufschrift „Pfälzer Oberlandbahn“ „Neustadt – Edenkoben – Landau“. Interessant ist hierbei, daß die Reihenfolge der Ortsnamen links und rechts unterschiedlich war, entsprechend der Lage der Ortschaften. Außerdem war das bayrische Wappen auf den Wagenkästen aufgemalt (Die Pfalz gehörte damals zu Bayern).

Farbegebung um 1925

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Mit den ersten Neuanstrichen verschwanden die Aufwändigen Zierliniern in den Kassetten und es wurden nur noch die Zierleisten farblich abgesetzt. Hierzu kam vermutlich ein dunkles grau oder schwarz zum Einsatz. Zahlreiche Bilder um 1929 zeigen ebenfalls dieses Farbschema. Die Grundfarbe war Elfenbein.

Auch der Schriftzug der Deutschen Eisenbahn Gesellschaft wurde kleiner und ohne den Zusatz Frankfurt a/M aufgebracht. Erste Dachwerbungen kamen ebenfalls zu dieser Zeit hinzu.

Alte Postkarten von 1930

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In der Sammlung von Herrn Kroszewski sind wir auch über einige Postkarten aus dem Jahr 1930 gestolpert, welche einen zweifarbigen Anstrich in weiß/gelb zeigen.

Da es sich offenbar um nachcolerierte s/w-Aufnahmen handelt sehe ich diese Lackiervariante nicht als gesichert an. Eher gehe ich von künstlerischer Freiheit aus, oder dem Umstand daß ein bemalen der feinen Fensterstege zu aufwändig gewesen wäre und der Gestalter deswegen darauf verzichtet hat.

Fest steht wiederum, daß ab Anfang der 1930er die Lyrabügel gegen Scherenstromabnehmer getauscht wurden.

NACHTRAG: Zu dieser Variante habe ich einen Beitrag mit neuen Infos hinzugefügt denn scheinbar gab es sie doch – die weiß/gelbe Schneck.

Die Nachkriegsjahre in 2-farbiger Lackierung

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Fest steht, daß ab ca 1940 einige Fahrzeuge 2-farbig lackiert waren. Aus den Erzählungen eines alten Oberlandbahners im 5. Buch geht hervor, daß die Triebwagen und teilweise auch die Beiwagen im unteren Bereich rot lackiert waren. Der obere Teil war nach wie vor elfenbein.

Die Fahrzeuge trugen zu dieser Zeit keine Anschriften der Betreibergesellschaft sondern lediglich die Wagennummer mittig auf der Seitenwand.

Ab dieser Zeit sind auch vermehrt Werbeschilder an den Wagen zu finden. Bei den Triebwagen häuig am Dach und den Wagenenden, bei den Beiwagen nur an den Wagenenden.

Letzte Farbegebung ab ca. 1950

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3 Farbbilder von ausgedienten Wagen der Schneck gaben schnell Aufschluß über die wohl letzte Farbvariante kurz vor der Verschrottung der Wagen. Demnach trugen sie immer noch einen Anstrich in Elfenbein, jedoch durch Schmutz mit leichtem gelb/braunstich. Das Fahrwerk war grau, das Dach dunkelgrau bis schwarz.

Die Fahrzeuge trugen Reklametafeln an den Stirnkanten bzw. Dächern. Die Anschrift „Pfälzer Oberlandbahn“ war auf dem unteren Wagenkastenbereich zu finden.


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